Fragen & Antworten

Bitte beachten Sie, dass die folgenden Informationen nur zur Aufklärung und als Information gedacht sind. Für Ihre spezifische medizinische Behandlung besprechen Sie sich bitte mit Ihrem Arzt.

Was ist Progesteron?

Progesteron ist das Hormon, welches von den weiblichen Eierstöcken nach dem Eisprung produziert wird. Es unterstützt und erhält die Schwangerschaft, aber es besitzt auch noch andere wichtige Funktionen. Progesteron bildet die Vorstufe für andere essenzielle Hormone und es wird benötigt, um Östrogen ’in Schach zu halten’. Progesteronrezeptoren befinden sich in Gehirnzellen, in Nervenenden und in Knochenzellen, was darauf hindeutet, dass es in deren Funktionen eingebunden ist. Und Progesteron scheint bei noch weiteren biologischen Prozessen mitzuwirken.

Es ist sehr wichtig zu verstehen, dass die weiblichen Ovarien Progesteron nur herstellen, wenn eine Frau ovuliert, also ihren Eisprung hat. Es gibt zunehmende Beweise dafür, dass viele Frauen heutzutage nicht mehr regelmäßig ovulieren – besonders wenn Sie über 35 Jahre alt sind. Tatsache ist: Eine Frau kann regelmäßig jeden Monat menstruieren und trotzdem nicht bzw. nur selten ovulieren oder Progesteron produzieren.

Nach der Menopause stellt der weibliche Körper so gut wie kein Progesteron mehr her – so wenig, dass Männer dann vergleichsweise mehr produzieren. Andererseits aber produziert der weibliche Körper das ganze Leben lang Östrogen – sogar wenn die Ovarien entfernt wurden. Östrogen wird von den Nebennieren sowie im Körperfett und in den Muskelzellen hergestellt. Die Östrogenproduktion fällt während der Menopause um nur 40% ab.

Die theoretische Idee der herkömmlichen Hormon-Ersatztherapie (HRT) beruht auf der Annahme, dass wenn Frauen in ihren menopausalen Jahren leiden, dies an einem Östrogenmangel liegen muss. Die Tatsache, dass sie überhaupt kein Progesteron mehr haben wurde über diesen Ansatz völlig vergessen. Dr. John Lee ist sich nach 20 Jahren medizinischer Praxis mit Progesteron sicher, dass es Progesteron ist, welches die Frauen wirklich brauchen – nicht Östrogen (obwohl manche Frauen seiner Ansicht nach auch von sehr kleinen Dosen zusätzlichem Östrogen profitieren).

Der weibliche Körper stellt drei Arten Östrogen her (Östradiol, Östron, Östriol), aber nur eine Art Progesteron. In den letzten 40 Jahren wurde Progesteron so gut wie völlig vergessen. Stattdessen wurden synthetische Progesteronformen - sogenannte Progestagene, bzw. Progestine – verschrieben. Viele Wissenschaftler und Ärzte verwenden die Bezeichnung Progesteron sowohl für das wirkliche Progesteron wie für eines der synthetischen Progestagene. Dies hat zu viel Verwirrung geführt. In allen Schriften des Informationsservice natürliches Progesteron wird die Bezeichnung Progesteron nur für das natürliche weibliche Hormon verwendet.

Was sind Progestagene?

Progestagene (auch Progestine oder Progestogene genannt) sind synthetische Hormone. Sie sind dem Progesteron zwar sehr ähnlich, aber nicht damit identisch. Weil eine natürliche Substanz wie Progesteron nicht patentiert werden kann, ist es für einen Pharmakonzern im Allgemeinen nicht profitabel, hierfür eine Lizenz zur Produktion von Medikamenten zu erstehen (ein Medikament zu lizenzieren kann Millionen von Euro kosten). Wenn aber die natürliche Substanz leicht verändert wird, kann sie patentiert und als Medikament lizenziert werden.

Allerdings ist eine solche veränderte Substanz für unseren Körper nicht mehr ’natürlich’. Denn schon eine kleine Veränderung kann zu beträchtlichen Nebenwirkungen führen.

Alle bekannten Progestagene kommen mit unerwünschten Nebeneffekten für den Körper daher - wie an der langen Liste von Nebenwirkungen in medizinischen Lehrbüchern und auf Beipackzetteln zu erkennen ist. Dies liegt daran, dass Progesteron eine sehr vitale Rolle in der Produktion anderer Hormone spielt. Es ist als ob man versuchte, ein Puzzle um das falsche Teil herum aufzubauen. Unglücklicherweise wurde Progesteron lange Jahre mit den Progestagenen in einen Topf geschmissen und viele Ärzte proklamieren, dass Progesteron zu denselben schweren Nebenwirkungen führt wie die Progestagene. Aber inzwischen durchgeführte wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass dem nicht so ist.

Was ist natürliches Progesteron?

Natürliches Progesteron ist das – bei Frauen - von den Ovarien produzierte Hormon (Männer produzieren es ebenfalls). Dieses Hormon kann auch aus pflanzlichen Quellen, wie z. B. aus der mexikanischen Yamswurzel, im Labor hergestellt werden. Das Resultat ist mit dem vom Körper produzierten Hormon völlig identisch und wird natürliches Progesteron genannt, weil es in jeder Hinsicht genau so ist, wie das von den Ovarien hergestellte Hormon.

Es ist nicht schwer natürliches Progesteron herzustellen. Der Prozess ist seit den 30er Jahren bekannt. Es ist wahr, dass das aus Pflanzen hergestellte natürliche Progesteron synthetisiert ist – der Körper synthetisiert das körpereigene Progesteron ebenfalls. Aber es ist nicht synthetisch, d. h. es ist nicht unnatürlich. Es ist das körper-identische Hormon Progesteron.

Weil natürliches Progesteron nicht patentierbar ist, ist es aus finanziellen Gründen so gut wie unmöglich, Progesteroncreme als Medikament lizenzieren zu lassen. Alle verkauften Progesteroncremes werden als ’unlizenziertes Medikament’ verkauft und innerhalb Deutschlands sind sie verschreibungspflichtig.

Wofür wird Frauen natürliches Progesteron verschrieben?

Natürliches Progesteron wird für eine Vielzahl von Progesteronmangelsymptomen verschrieben – insbesonders menopausaler Probleme und Osteoporose. Weiterhin kann es zur Behandlung von PMS, schwacher Libido, fibrozystischen Brüsten, Gebärmutterfibrosen, Endometriose, zervikaler Hyperplasie und Ovarienzysten verschrieben werden. In manchen Fällen hilft es bei Unfruchtbarkeit. Weitere Informationen bietet das Buch ’Natürliches Progesteron – Ein bemerkenswertes Hormon’ von John R. Lee MD sowie andere beim Informationsservice Natürliches Progesteron NPIS erhältliche Bücher.

Wie sicher ist natürliches Progesteron?

Da es sich hierbei um das Hormon handelt, das die Natur selbst produziert, ist Progesteron in einer Dosis, wie sie auch normalerweise vom weiblichen Körper selbst hergestellt wird, sehr sicher. In ihrer zweiten Zyklushälfte produzieren die Ovarien der Frau ungefähr 20mg Progesteron täglich. In der Schwangerschaft aber steigt das von der Plazenta produzierte Progesteron auf über 300mg an. Dass die Natur es als sicher erachtet, eine Frau und ihr Baby einem so hohen Progesteronniveau auszusetzen, deutet auf das hohe Maß an Sicherheit von natürlichem Progesteron hin. Die Fehlannahme, dass Progesteron zu Schwierigkeiten führen kann, basiert auf der Verwechslung der normalen Progesteronfunktionen mit den toxischen Nebenwirkungen der synthetischen Progestagene. In Wahrheit wirken viele Progestagene eher wie Testosteron oder Östrogen. Forschungsberichte über synthetische Progestagene zeigen, dass diese künstlichen Hormone sich verheerend auf den Körper auswirken. Im Gegensatz dazu gibt keinen einzigen Bericht, dass natürliches Progesteron, in einer normalen physiologischen Dosierung und wenn benötigt, nicht völlig sicher ist.

Warum wird natürliches Progesteron meistens als Creme verwendet?

Unabhängige Forschungsberichte zeigen, dass Progesteron sehr gut über die Haut aufgenommen wird (genauso wie andere Hormone, weshalb es Hormonpflaster gibt). Es wird in die Fettzellen absorbiert und dort gespeichert, wobei die Fettzellen dann eine regelmäßige kleine Dosis in den Blutstrom abgeben. Bei oraler Einnahme wird eine sehr viel höhere Dosis benötigt, da ein großer Teil nach der Absorption von der Leber abgebaut wird. Dr. Lee ist der Meinung, dass eine gute Progesteroncreme 20-30mg Progesteron täglich bieten sollte. Dies entspricht der Menge, die gesunde Ovarien während der lutealen Phase (der 2. Zyklushälfte) produzieren.

Progesteron ist manchmal auch als Zäpfchen (anal oder vaginal) erhältlich. Aber auch hier ist die von den Zäpfchen abgegebene Dosis 10 bis 20 mal höher als die Menge, die die Ovarien normalerweise produzieren würden. Dr. John Lees Forschungen und klinische Resultate basieren auf dem Erreichen eines normalen physiologischen Progesteronspiegels, nicht höher.

Was soll ich tun, wenn ich mich schon einer Hormon-Ersatztherapie unterziehe und wechseln möchte?

Die herkömmliche Hormon-Ersatztherapie HRT besteht meistens aus zwei Komponenten – eine versorgt Sie mit Östrogen, die andere mit Progestagen.

1.) Östrogen

Setzen Sie die Östrogenkomponente in Ihrer Behandlung nicht sofort ab! Das Östrogen von einem Tag auf den anderen abzusetzen kann zu schweren menopausalen Symptomen führen. Es ist wichtig, dass eine Frau, möglichst mit Begleitung ihres Arztes, den Östrogenanteil ihrer HRT langsam – über einen Zeitraum von mindestens drei bis hin zu neun Monaten – ausschleicht. Dr. Lee empfiehlt im Allgemeinen die Östrogendosis sofort um die Hälfte zu reduzieren und dann jeden oder jeden zweiten Zyklus weiter zu halbieren, bis das Östrogen nicht mehr benötigt wird. Wenn dann Hitzwallungen oder Scheidentrockenheit immernoch ein Problem sind, kann evt. eine minimale Dosis Östrogen weiterverwendet werden.

2.) Progestagen

Wenn Sie und Ihr Arzt sich für ein natürliches Hormon entschieden haben, dann können Sie nach Dr. Lees Erfahrungen das Progestagen sofort absetzen und mit dem natürlichen Progesteron in einer normalen physiologischen Dosis von 20-30mg täglich beginnen.

Sollen Frauen auch Östrogene einnehmen?

Nach Dr. Lees medizinischer Erfahrung benötigen die meisten Frauen bei Verwendung von natürlichem Progesteron kein zusätzliches Östrogenpräparat (außer sie befinden sich gerade in dem Prozess, von der HRT auf natürliche Hormone umzuwechseln). Er empfiehlt menopausalen Frauen, mindestens drei Monate lang Progesteron allein zu verwenden, bevor sie sich entscheiden, ob Östrogen benötigt wird. Nach Dr. Lee gibt es nur zwei Gründe, Östrogen zusätzlich zu Progesteron zu verschrieben. Wenn eine Frau unter Scheidentrockenheit oder Hitzewallungen leidet, und wenn diese durch Progesteron nicht völlig kontrolliert werden können. Meistens aber stellt sich bei der Verwendung von Progesteron heraus, dass kein zusätzliches Östrogen benötigt wird. Da Östrogen schon in kleinen Dosierungen toxisch wirken kann, sollte die kleinstmögliche Dosierung verwendet werden – auf jeden Fall sehr viel weniger als normalerweise mit der HRT verschrieben wird.

Wenn ich Östrogen benötige, welches ist das beste?

Dr. Lees Ansicht nach ist das Östrogenpflaster die beste Wahl, da hierbei die Dosis genau kontrolliert werden kann. Um die Dosis noch mehr zu reduzieren empfiehlt er, das Hormonpflaster über ein normales Pflaster mit einem Loch zu kleben, so dass nur ein kleiner Teil des Hormonpflasters Hautkontakt hat. Diese Methode wurde von seinen Patientinnen entwickelt, um die kleinstmögliche Dosierung zur Ausbalancierung ihrer Symptome zu finden. Von der Anwendung einer kombinierten Progesteron-Östrogencreme rät er ab, da hierbei die Östrogendosis nicht variiert werden kann. Wenn Sie eine Östrogencreme verwenden, sollten Sie sich bewusst machen, dass die weniger bekannte Form Östriol - obwohl sicherer im Hinblick auf das Krebsrisiko - nicht ratsam für die Bekämpfung von Osteoporose ist.

Hat natürliches Progesteron Nebenwirkungen?

Wenn eine Frau kein eigenes Progesteron herstellt, dann hat eine Zufuhr der Menge, wie sie die Ovarien selber produzieren würden, keine Nebenwirkungen. Nichtsdestotrotz erleben einige Frauen in den ersten Anwendungswochen eine vorübergehende Verstärkung ihrer bisherigen ’Östrogendominanz’-Symptome wie z. B. empfindliche, spannende Brüste, Kopfschmerzen oder Depressionen. Aber dies ist selten und geht im Allgemeinen nach einem Monat vorbei; und nur in einigen sehr wenigen Fällen halten sich die Symptome länger. Der Grund hierfür kann sein, dass Progesteron die Östrogenrezeptoren des Körpers sensibilisiert, so dass Östrogen effektiver wirkt. Darum müssen Frauen, die sich einer Hormon-Ersatztherapie unterziehen, die Östrogenzufuhr halbieren, wenn sie anfangen Progesteron zu verwenden. Nebenwirkungen treten eher auf, wenn eine Frau Östrogen ’angesammelt’ hat – ob durch Chemikalien (viele wirken östrogenartig), über die Pille oder HRT oder weil sie schon länger kein eigenes Progesteron (welches Östrogen unter Kontrolle hält) mehr produziert hat.

Frauen, die unter diesem Problem leiden, finden es manchmal hilfreich, die Progesterondosis kurzzeitig zu erhöhen, um das Östrogen schneller auszubalancieren. Andere Frauen dagegen fanden es angenehmer, die Progesterondosis zu erniedrigen und erst nach und nach zu erhöhen. Und eine sehr kleine Anzahl von Frauen findet, dass Progesteron nichts für sie ist.

Wie fühlen sich Frauen wenn sie natürliches Progesteron verwenden?

Die meisten Frauen fühlen sich mit natürlichem Progesteron sehr wohl. Die meisten hören auf, unter menopausalen Symptomen – Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen etc. – zu leiden. Viele fühlen sich energetischer. Es kann zu Gewichtsverlust, besonders im Bereich Hüfte und Oberschenkel, kommen. Auch nehmen Wasseransammlungen oft ab. Kopfschmerzen, besonders wenn sie mit dem Zyklus in Zusammenhang stehen, treten oft seltener auf. Viele Frauen berichten, dass sich ihre Stimmung allgemein verbessert hat (wir erinnern uns, dass das Progesteronniveau besonders zum Ende der Schwangerschaft, wenn die meisten Frauen sich wohl fühlen, hoch ist). Auch das Verlangen nach Süßigkeiten kann abnehmen. Viele Frauen empfinden ihre Brüste weniger empfindlich und nach einiger Zeit können Brustzysten verschwinden. Von Dr. Lees Schriften wissen wir auch, dass die Knochendichte höher wird. Bei manchen Frauen hörten mit der Osteoporose verbundene Schmerzen auf. Es muss allerdings gesagt werden, dass obwohl die meisten Frauen sehr positive Erfahrungen machen, einige Frauen die Verwendung von Progesteron, besonders anfänglich, schwierig finden. Und es gibt Frauen, denen Progesteron überhaupt nicht liegt.

Kann Progesteron vor Osteoporose schützen oder diese umkehren?

Im Laufe der letzten 20 Jahre sammelte Dr. Lee die Knochendichtemessungen von Tausenden seiner Patientinnen. Diese zeigten objektiv, dass die Knochendichte sich signifikant erhöht hatte. In einer veröffentlichten Studie in Medical Hypotheses (35, 314, 318, 1991) berichtete er, dass sich bei einer Gruppe von 66 Patienten die Knochendichte im Laufe von drei Jahren durchschnittlich um 15% erhöht hatte. Auch aus England gibt es sehr ermutigende Berichte über die Knochendichte. Aber denken Sie daran, dass auch andere Faktoren für den Knochenaufbau notwendig sind – u. a. Kalzium, Magnesium, Vitamin D und Vitamin C. Körperübungen mit Gewichten sind ebenfalls wichtig. Progesteron scheint auch bei durch Osteoporose verursachten Schmerz und in manchen Fällen bei Arthritis hilfreich zu sein. Lesen Sie mehr zu diesem Thema in Dr. Lees Artikel ’Osteoporose verstehen’.

Kann Progesteron bei PMS helfen?

Ja, in vielen Fällen kann es sehr hilfreich sein. Besonders wenn Sie wissen, dass Sie keinen Eisprung haben. Eine Methode dies zu testen besteht darin, jeden Morgen nach dem Aufwachen die Temperatur zu messen. Wenn Sie einen merklichen Temperaturanstieg in der Mitte des Zyklus messen können, haben Sie wahrscheinlich Ihren Eisprung. Ebenso können Sie Ihren Progesteronspiegel um den 21. Tag Ihres Zyklus (der 1. Tag der Menstruation ist Tag 1) testen lassen, um herauszufinden, ob Sie genügend produzieren. Wenn das Niveau niedrig ist, kann zusätzliches Progesteron evt. sehr hilfreich sein. Eine junge Frau benötigt Progesteron vielleicht nur einige Monate und hört dann wieder auf. Dr. Lee hat die Erfahrung gemacht, dass dies manchmal die Hormonfunktionen einer Frau wieder ins Gleichgewicht bringt. Zur Behandlung von PMS wird Progesteron nur in der zweiten Zyklushälfte verwendet. Manchmal ist es hilfreich, mit einer sehr niedrigen Dosis am 14. Tag zu beginnen und jeden Tag ein bisschen zu erhöhen, so dass die höchste erlaubte Dosierung kurz vor der Menstruation angewandt wird.

Frauen mit PMS profitieren oft von einem Nahrungsergänzungsmittel, welches Magnesium, Zink, Vitamin B6, Vitamin B3, Vitamin C und Biotin enthält, da alle diese Nährstoffe notwendig zur Herstellung des vor PMS schützenden Prostaglandins PGE1 sind. Pflanzenextrakte wie Dong Quai, Traubensilberkerze und weiße Pfingstrose sowie die in Borretsch und in Nachtkerzenöl enthaltene Fettsäure GLA sind ebenfalls sehr hilfreich.

Kann natürliches Progesteron bei Endometriose helfen?

Obwohl die Menstruation nicht die Ursache für die Endometriose ist, sondern ein Symptom, kann natürliches Progesteron helfen, den monatlichen Blutfluss – der bei Endometriose mit großen Schmerzen einher geht – einzudämmen. In seinem Buch ’Natürliches Progesteron – Ein bemerkenswertes Hormon’ erklärt Dr. Lee wie durch das Auftragen von genügend Progesteron vom 10. bis zum 26. Zyklustag die Blutungen und Unterleibschmerzen merklich reduziert werden und der Körper die Chance bekommt, sich wieder zu heilen. Keine von Dr. Lees Patientinnen, welche die Endometriose nach seiner Anleitung behandelten, mussten sich einer Gebärmutterentfernung unterziehen. Die Therapie sollte unter Anleitung eines Arztes geschehen.

Kann natürliches Progesteron nach einer Brustkrebserkrankung verwendet werden?

Es gibt wissenschaftliche Beweise, dass wenn eine Brustkrebsoperation in der zweiten Hälfte des weiblichen Zyklus (wenn das Progesteronniveau hoch ist) durchgeführt wird, das Risiko für eine Metastasierung geringer ist. Dies ist eines der Puzzleteile für den Beweis, dass Progesteron gegen Krebs schützt. Eine 30 Jahre umfassende Studie der anerkannten John Hopkins University in Amerika fand heraus, dass Frauen mit Progesteronmangel 5,4 mal brustkrebsgefährdeter und 10 mal allgemein krebsgefährdeter waren (Am J Epidem. 114, 2, 1981). Dies stellt einen weiteren Beweis für die krebsschützenden Eigenschaften von Progesteron dar. Und schließlich zeigt eine französische Studie (Fertility and Sterility 63: 785-91), dass Progesteron die Zellteilungsrate (Mitose) in den Brustdrüsenzellen senkt. Auf Basis dieser Beweise und vielen Jahren Erfahrung mit seinen eigenen Patientinnen, ist Dr. Lee der Ansicht, dass die Verwendung von Progesteron für eine Frau nach einer Krebserkrankung schützend wirkt (in kreisenden Bewegungen wie beschrieben auf dem Körper aufgetragen, nicht aber auf die Brüste). Wenn eine Frau Tamoxifen einnimmt, welches selbst ein schwaches Östrogen ist, kann Progesteron sie vor den durch diese Behandlung auftretenden Risiken schützen. Die hier gegebenen Hinweise dienen lediglich Informationszwecken. Jede Krebs-Nachbehandlung sollte nur unter Anleitung und Aufsicht des Arztes geschehen.

Kann natürliches Progesteron nach einer Hysterektomie verwendet werden?

Die Standardmeinung der Medizin ist, dass Progesteron nur für die Schwangerschaft und zum Schutz des Endometriums und des heranwachsenden Kindes notwendig ist. Allerdings hat es sich inzwischen herausgestellt, dass Progesteron viele andere Funktionen im Körper ausführt. Progesteronrezeptoren befinden sich im Gehirn, in Nervenenden und in den Zellen, die für die Formierung neuen Knochens zuständig sind – um nur einige zu nennen. Außerdem gibt es immer stärkere Beweise dafür, dass Progesteron vor Brustkrebs schützt. Für eine Frau mit einer Gebärmutteroperation kann es also sicherlich interessant sein, sich mit ihrem Arzt zu besprechen, inwieweit Progesteron hilfreich zum Schutz ihrer Knochen und Brüste sowie für einen unkomplizierten Übergang in das Klimakterium sein könnte.

Ist eine Behandlung von Gesichtshaaren möglich?

Progesteron ist ein Vorläufer anderer wichtiger Steroidhormone in unserem Körper. Wenn eine Frau kein Progesteron herstellt gehen die Nebennieren dazu über, die benötigten Hormone aus einem anderen Hormonvorläufer (DHEA) herzustellen. Dieser Weg führt zu vermehrter Bildung androgener, bzw. männlicher Hormone (welche Frauen eigentlich nur in kleinen Mengen herstellen). Nebeneffekte können ein haariges Kinn, stark behaarte Beine oder typisch männlicher Kopfhaarverlust sein. Eine Behandlung mit natürlichem Progesteron kann dieses Problem evt. mit der Zeit beheben.

Was ist mit Unfruchtbarkeit?

Progesteron kann bei manchen Fällen von Unfruchtbarkeit hilfreich sein, besonders wenn diese auf einen niedrigen Progesteronspiegel in der zweiten Zyklushälfte zurückzuführen sind. Lesen Sie mehr darüber in Dr. Lees Büchern.

Eignet sich Progesteron auch für Männer?

Progesteron ist kein feminisierendes Hormon und schadet Männern nicht. Es ist sogar so, dass Männer selbst Progesteron herstellen. Obwohl Männer nicht unter einem Progesteronmangel in der Art von Frauen zu leiden scheinen, gibt es Berichte, dass es der männlichen Libido wieder auf die Sprünge hilft. Weiterhin kann es in bestimmten Fällen von Osteoporose unterstützend wirken. Lesen Sie zu diesem Thema auch den Artikel ’Können auch Männer von Progesteron profitieren?’