Wechseljahre auf die natürliche Art

 

 

Es gibt wohl kaum eine Frau, die die Möglichkeit jünger auszusehen und sich jünger zu fühlen, nicht nutzen würde, wenn es dafür eine magische Pille gäbe. Doch ist die herkömmliche Hormontherapie HRT (Hormone Replacement Therapy) tatsächlich solch ein Jungbrunnen, oder könnte sie sogar lebensverkürzend wirken? Neue Erkenntnisse weisen darauf hin, dass Forscher und Ärzte fünfzig Jahre lang auf das falsche Hormon gesetzt haben, und dass natürliches Progesteron die hilfreiche Antwort der Natur auf HRT ist.

Frauen unterliegen noch mehr als Männer dem Bild, das die Gesellschaft sich von ihnen macht: eine “echte“ Frau hat jung auszusehen, schlank zu sein und darf keine Falten haben. Der Rest der Frauenwelt, d. h. diejenigen mit den für die Wechseljahre typischen Stimmungsschwankungen, dem ergrauendem Haar und der altersbedingten Gewichtszunahme, werden zwar nicht gleich als alte Matronen abgestempelt, doch genießen sie selten die Aufmerksamkeit ihrer jüngeren Rivalinnen. Und auch wenn es sich hierbei um eine grob verallgemeinernde Darstellung handelt, lauern solche Ängste bei den meisten Frauen nicht allzu tief unter der Oberfläche. Bei einigen Frauen führt dies sogar zu solch einer Verzweiflung, dass sie Medikamente einnehmen, um jung zu bleiben, selbst wenn sie wissen, dass diese sie umbringen könnten.

Das jüngste Urteil über die konventionelle Hormon-Ersatztherapie (HRT) ist kein gutes. Doch gibt es jetzt eine neue und natürliche Alternative, bei der das Hormon Progesteron verwendet wird. Einige Ärzte glauben, dass Frauen schon immer vornehmlich Progesteron hätten verwenden sollen. Es schützt nachweislich gegen Krebs und Herzerkrankungen und kann sogar Osteoporose aufhalten oder rückgängig machen. Es kann die Libido erhöhen, die Haut jünger aussehen lassen und altersbedingte Gewichtszunahme durch Beschleunigung des Metabolismus vermindern helfen. Darüber hinaus ist es auch ein Antidepressivum und Diuretikum und kann bei Hitzewallungen helfen. Doch zuerst einmal die schlechte Nachricht. Was ist HRT und warum wird sie Frauen verschrieben?

Das vergessene Hormon

Frauen, so sagt man, brauchen Östrogen, da der Östrogenspiegel während der Wechseljahre dramatisch abfällt. Wenn man Frauen also Östrogen verabreicht, so heißt es, werden die schlimmen Symptome, die einige Frauen während der Wechseljahre erfahren, wieder rückgängig gemacht. Diese Denkweise lässt jedoch einige entscheidende Gesichtspunkte außer acht.

Der Östrogenspiegel nimmt zwar während der Wechseljahre ab, allerdings produziert der Körper weiterhin eine kleine Menge Östrogen - und zwar in den Fettzellen, den Nebennieren, Muskeln, der Leber und dem Gehirn. Es ist genau das andere weibliche Hormon, nämlich Progesteron, dessen Niveau während der Wechseljahre fast auf Null abfällt. Dennoch haben sich nur wenige Forscher gefragt, ob nicht vielleicht Progesteron das Hormon ist, das Frauen wirklich brauchen.

Die meisten HRT-Zusammensetzungen beinhalten jetzt zwar etwas synthetisches Progestagen, dieses unterscheidet sich jedoch auf gefährliche Weise von dem natürlichen Hormon Progesteron. Und in der konventionellen HRT ist Östrogen meistens das dominante Hormon. Es ist kaum zu glauben – obwohl seit den 40er Jahren bekannt ist, dass natürliches Progesteron hilfreich und gesundheitlich unterstützend wirkt, ist es das sprichwörtlich vergessene Hormon geworden.

Ärzte, in dem Glauben, dass echtes Progesteron nicht verfügbar oder brauchbar sei, verschreiben regelmäßig synthetische Progestagene, da sie annehmen, dass diese mit Progesteron gleichzusetzen sind. Synthetische Progestagene sind jedoch hochgiftig und wirken sich völlig anders auf den Körper aus als das eigentliche Hormon. Tragischerweise geriet in dieser Verwirrung auch Progesteron selbst in Verruf. Nun entdecken Ärzte in England und Amerika, dass das Hormon, welches so lange übersehen wurde, nicht nur ungiftig ist - es könnte sich sogar als das Hormon herausstellen, auf das Frauen sehnlichst gewartet haben.

Der Östrogen-Mythos

Das weibliche Hormon Östrogen ist zu einem modernen Mythos geworden. Die meisten Frauen und ihre Ärzte befinden sich heutzutage in dem Glauben, dass Östrogen sie sexy macht, ihre Haut jünger aussehen lässt, Hitzewallungen und Depressionen vorbeugt, das Risiko von Herzerkrankungen um die Hälfte reduziert und sie vor Osteoporose schützt. Doch so gut wie nichts hiervon ist wahr.

Östrogen ist das Hormon, welches für die Veränderungen verantwortlich ist, die ein Mädchen bei Erreichen der Pubertät durchlebt. Unter dem Einfluss von Östrogen reifen die Geschlechtsorgane, Brüste und Schamhaare wachsen, und die Körperformen werden zunehmend weiblicher. Von da an stimuliert Östrogen jeweils in der ersten Hälfte eines jeden Monats den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut für das befruchtete Ei. Darüber hinaus stimuliert es das Wachstum und die Befeuchtung der Scheidenschleimhaut.

Dieser stimulierende Effekt des Östrogens erklärt auch, warum es im Übermaß giftig ist. Östrogen regt das Brustdrüsengewebe an - dies kann zu Brustgewebsgeschwülsten führen. Die Zufuhr von Östrogen erhöht bei Frauen bekanntlich die Gefahr, an Brustkrebs zu erkranken. Weiterhin stimuliert es das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) und erhöht so das Risiko für Gebärmutterkrebs sowie die Entstehung von Geschwulsten.

Einige Forscher tun diese Faktoren mit dem Argument ab, dass das ’geringe Krebsrisiko’ gegenüber dem Schutz, den das Hormon vor Herzerkrankungen und spröden Knochen bietet, leicht wiege. Das Risiko, das eine Frau mit der Zufuhr von Östrogen eingeht, ist jedoch beileibe nicht gering. Bei Zufuhr von Östrogen erhöht sich die Gefahr, an Brustkrebs zu erkranken, erheblich. Und das Risiko, an Gebärmutterkrebs zu erkranken, verdreifacht sich.

Schutz vor Herzerkrankungen fraglich

Verringert Östrogen das Risiko für Herzerkrankungen bei einer Frau tatsächlich? Man weiß schon seit langem, dass sich durch das in der Antibabypille enthaltene Östrogen das Risiko von Herz- und Gefäßerkrankungen erhöht. Das Blut wird dicker und der Körper behält mehr Salz und damit Wasser, was zu Bluthochdruck (Hypertonie) führen kann. Beides wirkt begünstigend auf Schlaganfälle, Embolien, Thrombosen und Herzinfarkte.

Das Argument, dass die Östrogentherapie Frauen vor Herzerkrankungen schützt, basiert auf der Beobachtung, dass Östrogen den Cholesterinspiegel senkt. Dies wird jedoch nicht mehr als erwiesener Schutz vor Herzerkrankungen angesehen. Darüber hinaus stellte sich heraus, dass der Bericht im New England Journal of Medicine (15. April 1993), in dem es hieß, dass durch die Hormontherapie das Risiko von Herzerkrankungen fast um die Hälfte sänke, erhebliche Mängel aufwies. Ein Artikel in demselben Heft kritisierte die Studie und nannte sie “spekulativ“. In den 60er Jahren hatte man mit Testreihen herauszufinden versucht, ob Östrogen bei Männern vorbeugend gegen Herzinfarkt wirken könnte. Dieses Experiment musste jedoch abgebrochen werden, da die Rate von Herzinfarkten rasant angestiegen war.

Östrogen erhöht also das Krebsrisiko bei Frauen, dem Herzen scheint es auch nicht gerade gut zu tun, aber zumindest gegen Osteoporose vorbeugen hilft es doch... oder etwa nicht? Die Antwort ist leider nein. In einer unlängst ebenfalls im New England Journal of Medicine (14. Oktober 1993) veröffentlichen Studie kam man zu dem Schluss, dass die herkömmliche Hormontherapie HRT Frauen keinen Schutz vor Osteoporose bietet. Nur bei Frauen, die mehr als sieben Jahre mit HRT behandelt worden waren (das ist weitaus länger als dies bei den meisten Frauen der Fall ist), nahm die Knochendichte langsamer ab. Und selbst Frauen, die zehn Jahre und länger künstliche Hormone zu sich genommen hatten, waren gegenüber Knochenbrüchen nicht gefeit.

Das sind schwerwiegende Neuigkeiten. Millionen von Frauen nehmen Östrogene ein in dem Glauben, dass es sie jung hält. Dabei scheint es so gefährlich zu sein, dass es sie vielleicht nicht einmal am Leben lässt.

Wie aber verhält es sich mit der Aussage, dass sich Frauen mit Östrogen gut fühlen? Allein die Tatsache, dass dieses Hormon mit “sexy“ und “oh-la-la“ in Verbindung gebracht wird, mag Frauen vielleicht vermitteln, dass sie sich gut damit fühlen. Und vielleicht ist auch etwas  Wahres dran. Allerdings führt Östrogen zu einer erhöhten Salz- und Wasserspeicherung. Dies kann zu Aufschwemmen und Gewichtszunahme führen. Symptome die eher nicht mit guten Gefühlen in Zusammenhang gebracht werden. Mit dem körperlichen Anschwellen schwillt auch das Gehirn an. Dies kann leicht zu Gereiztheit und Depressionen führen. Auf dem Gebiet führende Ärzte glauben inzwischen, dass die tatsächlichen emotionalen Auswirkungen von Östrogen wohl eher Depressionen sind.

Einige gute Eigenschaften hat Östrogen dennoch. Hitzewallungen - zwar keine unmittelbare Ursache von Östrogenmangel - können durch Östrogen vermindert werden. Allerdings sind Hitzewallungen die Antwort des Hypothalamus auf einen niedrigen Östrogen- und Progesteronspiegel. In den meisten Fällen hilft das weitaus sicherere Hormon, natürliches Progesteron, gegen Hitzewallungen, und Östrogen ist überhaupt nicht nötig. Weiterhin kann Östrogen bei trockener Vagina helfen, obwohl auch hier Progesteron allein oft das Problem löst.

Die Progesteron-Revolution

Im Jahre 1994 brachte die Nutrition Line einen amerikanischen Arzt mit revolutionären Ansichten nach London. Dr. John Lee hatte Frauen mehr als 15 Jahre lang mit natürlichem Progesteron anstatt Östrogen behandelt. Dr. Lee ist der Ansicht, dass natürliches Progesteron das Hormon ist, welches Frauen heutzutage am meisten fehlt. Die Vorstellung, dass Frauen zusätzliches Östrogen benötigen, teilte er ganz und gar nicht; viel eher glaubte er, dass viele Frauen bereits unter zu viel Östrogen leiden. Dieses Syndrom nennt er “Östrogendominanz“.

Nachdem er einen Vortrag von Ray Peat PhD, einem Professor des Blake Colleges, Oregon, USA, gehört hatte, begann Dr. Lee damit, einigen seiner Patientinnen eine Creme mit natürlichem Progesteron zu empfehlen. Ein Problem mit natürlichem Progesteron ist die Frage, wie es gelöst werden kann. In Alkohol löst es sich nicht gut, und geeignete Lösungsmittel sind oft hochgiftig. Ray Peat, der sich bereits seit Jahren dem Studium der weiblichen Hormone gewidmet hatte, löste das Problem genial durch die Auflösung in Vitamin E. Das Ergebnis war eine Creme, die auf die Haut aufgebracht und so vom Körper weitaus besser aufgenommen werden konnte, als dies bei oraler Einnahme der Fall ist.

Dr. Lee war auf der Suche nach einem Weg gewesen, Frauen, bei denen Östrogen (beispielsweise wegen Brustkrebs) kontraindiziert war, vor Osteoporose zu schützen. Da er neuen Dingen gegenüber aufgeschlossen war und diesen Frauen keine andere Alternative anbieten konnte, begann er damit, ihnen diese Progesteroncreme zu empfehlen, in der Hoffnung, dass sie irgendwie dazu beitragen würde, die Verschlechterung des Zustands der Knochen zu verlangsamen.

Osteoporose rückgängig gemacht

Zu seiner Überraschung zeigte sich bei Knochenmineraldichtetests nach einigen Monaten, dass die Knochendichte der Frauen, welche die Progesteroncreme verwendeten (und überhaupt kein Östrogen nahmen) zugenommen hatte. Als er die Creme seinen anderen menopausalen Patientinnen empfahl, kam er zu denselben Resultaten.

Es muss an diesem Punkt darauf hingewiesen werden, wie bedeutend diese Entdeckung war. Östrogen, welches den Knochenschwund zwar verlangsamen mag, kann den Vorgang jedoch niemals umkehren. Durch die Einnahme von Kalzium, Bor und anderen Nährstoffe kann die Krankheit zwar ebenfalls verlangsamt, jedoch niemals rückgängig gemacht werden. Bisher war kein anderer Stoff bekannt gewesen, der das Knochenwachstum wiederherstellen würde. Zudem war der Grad, in dem die verminderte Knochendichte durch Progesteron rückgängig gemacht wurde, nicht unerheblich. Frauen, deren Knochendichte erheblich abgenommen hatte und die bereits Knochenbrüche erlitten hatten, erhielten schließlich (nach einigen Jahren) die Knochendichte von 35jährigen zurück. In diesem Alter besitzen Frauen gewöhnlich ihre höchste Knochendichte. In der Regel konnte Dr. Lee eine Zunahme der Knochendichte von 10% im ersten Jahr und 3-5% in den darauffolgenden Jahren feststellen. Weitaus wichtiger jedoch ist die Tatsache, dass die Zahl der nicht traumatischen Brüche auf Null fiel. Im Laufe der Jahre hat Dr. Lee nun bereits Tausende von Frauen auf diese Art gegen Osteoporose behandelt. Seine Arbeit wurde in International Clinical Nutrition Review, Medical Hypotheses und Townsend Newsletter for Doctors veröffentlicht.

Progesteron bietet viele Vorteile

Das ist noch lange nicht das Ende der Geschichte. Nachdem sie das natürliche Progesteron über einen gewissen Zeitraum benutzt hatten, hatten die Patientinnen noch andere Neuigkeiten für Dr. Lee. Diejenigen, die noch ihre Periode hatten, sagten, dass ihre prämenstruellen Spannungen verschwunden waren. Andere ließen ihn wissen, dass ihre Brustgewebsgeschwülste zurückgegangen seien, und Frauen, die über Jahre unter Wasserretention gelitten hatten, benötigten keine Diuretika mehr.

Frauen, die unter Depressionen gelitten hatten, fühlten sich allmählich besser. Einige Frauen mit verminderter Schilddrüsenfunktion stellten fest, dass diese zugenommen hatte, und bei Frauen mit Fibrosen wurden diese kleiner bzw. soweit unter Kontrolle gehalten, dass ein chirurgischer Eingriff nicht nötig war.

Östrogendominanz

Dr. Lee begann allmählich zu verstehen, was hier vor sich ging. Hormontests zeigten ihm, dass viele Frauen unter Progesteronmangel litten. Dies war sogar bei jüngeren Frauen der Fall, die das Hormon eigentlich hätten produzieren sollen. Was konnte der Grund hierfür sein?

Progesteron ist das Hormon, das im Eierstock in der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus gebildet wird. Es wird im leeren Eifollikel gebildet, nachdem während des Eisprungs ein Ei freigesetzt wurde. Die Bedeutung dieses Vorgangs muss hier klar gemacht werden: Frauen bilden Progesteron nur während des Eisprungs. Kommt es zu keinem Eisprung, so wird auch kein Progesteron gebildet.

Doch warum sollte dies von so großer Bedeutung sein? Die Antwort hat mit Östrogen zu tun. Einmal abgesehen von den Gefahren, die Östrogen darstellt, ist das Hormon natürlich ein absolut unentbehrliches weibliches Hormon, d. h. solange es sich im Gleichgewicht mit Progesteron befindet. Wenn also während des Menstruationszyklus einer Frau kein Ei gebildet wird, kommt es zu Östrogenüberschuss oder “Östrogendominanz“ - ein Leiden, das Dr. Lee für weit verbreitet hält.

Zu den Symptomen der Östrogendominanz gehören Wasserretention, Spannungen in der Brust, prämenstruelles Syndrom, Stimmungsschwankungen, Depressionen, verminderte Libido, schwere oder unregelmäßige Regelblutungen, Gewebsgeschwülste, Verlangen nach Süßigkeiten und Gewichtszunahme (vor allem an den Hüften und Schenkeln). Und genau diese Symptome verschwanden wenn Dr. Lee natürliches Progesteron verschrieb.

Die natürliche Antwort

Doch mit Erreichen der Wechseljahre kommt die Progesteronbildung allmählich zum Erliegen. Da Progesteron bei der Ovulation produziert wird, wird es nicht mehr hergestellt, wenn der monatliche Eisprung aufhört. Die Östrogenproduktion wird in der Menopause allerdings nicht eingestellt. Es wird immer noch in den Fettzellen hergestellt. Ironischerweise produziert eine dicke Frau nach der Menopause mehr Östrogen als ihre dünne Schwester vor der Menopause. Wollte die Natur also, dass alle Frauen unter Östrogendominanz leiden? Natürlich nicht. Es hat sich gezeigt, dass Frauen in der dritten Welt nicht unter diesen in der westlichen Welt so weitverbreiteten Symptomen leiden. Ganz klar spielt hier die Ernährung eine Rolle. Eine phyto-östrogenhaltige Nahrung, wie z. B. mit viel Soja, verhindert, dass zu viele starke, körpereigene Östrogene an den Östrogenrezeptoren andocken. Dadurch tritt keine Östrogendominanz auf. Allerdings können diese Nahrungsmittel nicht das fehlende Progesteron ersetzen.

Schadstoffe wirken wie Östrogen

Es gibt jedoch noch schlimmere Aspekte. Abgesehen davon, dass die meisten Frauen in der westlichen Welt synthetischen Hormonen nicht nur durch die Antibabypille oder andere Hormonbehandlungen ausgesetzt sind, leben sie auch in einer mit Schadstoffen stark belasteten Umwelt. Viele der Chemikalien in unseren Lebensmitteln und unserer Umwelt, wie Pestizide und Substanzen in Kunststoffen, Spülmitteln, Haarfärbemitteln, Kosmetika, Spermiziden, Trinkwasser und sogar Muttermilch können dieselben oder ähnliche Auswirkungen auf den Körper haben wie Östrogen. Man nennt sie Xeno-Östrogene (Fremdöstrogene). Dr. Lee steht mit seiner Meinung, dass Männer, Frauen und Kinder in der westlichen Welt überhöhten Dosen von giftigen und höchst unerwünschten Östrogenen ausgesetzt sind, nicht alleine da.

Xeno-Östrogene sind sehr potent. Dr. Lee glaubt, dass dies zur Folge haben könnte, dass Frauen, die diesen Chemikalien ausgesetzt sind, die Eizellen in ihren Eierstöcken zu schnell aufbrauchen und so bis Mitte dreißig oft regelrecht “ausgebrannt“ sind - was jedoch viel früher ist, als es naturgemäß eigentlich der Fall sein sollte. Sie haben danach zwar noch Regelblutungen, es kommt jedoch nicht mehr zum Eisprung, oder zumindest nicht mehr oft. Das bedeutet, dass sie ungefähr für die nächsten 15 Jahre bis zu den Wechseljahren kein Progesteron produzieren und so unter den Symptomen von Östrogendominanz leiden: sie sind unfruchtbar, fühlen sich unausgeglichen und sind einem erhöhten Brust- und Gebärmutterkrebsrisiko ausgesetzt.

Interessanterweise beginnt auch die Osteoporose oft still und heimlich Mitte dreißig. Eine gesunde Ernährung und Sport tragen zwar erheblich zur Erhaltung gesunder Knochen bei, doch ist Dr. Lee inzwischen zu dem Schluss gekommen, dass der Hauptauslöser für Osteoporose ein Mangel an Progesteron ist. Während Östrogen das Abnehmen der Knochendichte nur in sehr begrenztem Umfang verlangsamen kann, so steht es so gut wie fest, dass Progesteron die Zellen stimuliert, die für den Aufbau von neuer Knochensubstanz verantwortlich sind (Osteoblasten).

Angesichts all dieser Beweise erscheint es wohl logisch, dass sich Frauen nicht weiterhin der Belastung durch zusätzliches Östrogen im Rahmen einer HRT aussetzen sollten. Aber bieten nicht die in der Behandlung enthaltenen synthetischen Progestagene Schutz? Nein. Obwohl der HRT eigentlich Progestagen zugefügt wurde, um Frauen vor einem erhöhten Gebärmutterkrebsrisiko zu schützen, hat es sich herausgestellt, dass genau das Gegenteil bewirkt wurde. Im Gegensatz zu natürlichem Progesteron, das schützend wirkt, können synthetische Progestagene Krebs verursachen und besitzen auch sonst viele weitere toxische Nebenwirkungen.

Natürlich das Gleichgewicht wiedererlangen

Was also können Frauen tun, die unter Hitzewallungen, Depressionen, Abspannung, altersbedingter Gewichtszunahme, schleichender Osteoporose und der Aussicht leiden, dass es ab jetzt nur noch bergab geht?

Ein guter Anfang ist auf jeden Fall eine gesunde Ernährung mit viel frischem, vornehmlich aus biologischem Anbau stammendem Gemüse und wenig Milchprodukten und Fleisch. Frauen, die sich über Jahre hinweg gesund ernährt haben, und vor allem Vegetarierinnen durchlaufen die Wechseljahre manchmal ohne jegliche Beschwerden. Xeno-Östrogene sammeln sich im Fett von Milchprodukten und Fleisch an, und synthetische Östrogene werden an Vieh zur Wachstumsförderung verfüttert. Wenn Sie also Fleisch essen, so sollten sie möglichst Fleisch aus biodynamischen Quellen kaufen. Und denken Sie daran: Wir benötigen mit zunehmendem Alter weitaus weniger Proteine als wir meinen. Bohnen und Wurzelgemüse passen ebenfalls gut zu einer gesunden Ernährung. Einige enthalten sogar Progesteronvorstufen. Sehen Sie sich nach Yamswurzeln um. Sie enthalten zwar nicht unbedingt große Mengen Diosgenin (die mexikanische Yamswurzel ist hier eine Ausnahme), aber doch immerhin etwas.

Ernährung

In den menopausalen Jahren können auch Ernährungszusätze sehr hilfreich sein. Viele Frauen haben die Erfahrung gemacht, dass Vitamin E die Hitzewallungen reduziert und es ist erwiesen, dass Vitamin C mit dem Bioflavonoid Hesperetin dieselbe Wirkung hat.

GLA, das in Nachtkerzenöl und in weitaus größeren Mengen in Borretschöl vorkommt, gibt dem Körper das Rohmaterial zur Bildung des schützenden und entspannend wirkenden Prostaglandins PGE1, das bei Hormonstörungen helfen kann. PGE1 kann bei der Behandlung von hormonellen Symptomen helfen. So kann zum Beispiel Borretschöl prämenstruelle Probleme lindern. Um Ihrem Körper jedoch die besten Voraussetzungen für die Produktion von PGE1 zu geben, müssen Sie ihm auch die für die Produktion nötigen Vitamine und Mineralien zuführen. Es werden zwei Mineralien - Zink und Magnesium - und drei Vitamine - Vitamin C, Vitamin B3 (Niacin) und Vitamin B6 (Pyridoxin oder die aktive Form Pyridoxal-5-Phosphat) benötigt. Darüber hinaus sollten Sie bei Ihrer Ernährung tierische Fette reduzieren, da diese die Synthese von PGE1 behindern können.

Kräuter für Frauen

Es gibt auch einige sehr nützliche Kräuter. So kann die mexikanische Yamswurzel zum Beispiel als Ergänzungsmittel eingenommen werden. Noch weiß niemand mit Sicherheit, was der Körper mit den darin enthaltenen natürlichen Steroiden macht (die mexikanische Yamswurzel hat sich bei der Empfängnisverhütung bewährt). Sicher ist inzwischen allerdings, dass mexikanischer Yam vom Körper nicht in Progesteron umgewandelt werden kann. Stattdessen wirkt er als ein Phyto-Östrogen und hilft zu verhindern, dass die stärkeren Östrogene im Körper an den Östrogenrezeptoren andocken.

Die chinesischen Kräuter Dong Quai (eine Engelwurzart), Schizandra und Hopfen werden schon seit Jahrtausenden bei weiblichen Hormonstörungen verwendet, und es wird sich vielleicht herausstellen, dass sie Phyto-Östrogene enthalten. In China wird jüngeren Frauen von Ginseng abgeraten. Für Frauen in den Wechseljahren wird es jedoch als sehr gut erachtet - vor allem um die Scheidenfeuchtigkeit zu erhöhen und die Libido wiederzuerlangen.

Nahrung für die Knochen

Ihre Knochen benötigen ein gutes Kalziumpräparat (täglich 800-1000 mg, einschließlich des in der Nahrung enthaltenen Kalziums), Magnesium (300 mg) und 400 i.E. Vitamin D. Das Mineral Bor ist ebenfalls nützlich, und da Knochen hauptsächlich aus Bindegewebe bestehen, ist auch Vitamin C unerlässlich. Bei der Auswahl von Nahrungsergänzungsmitteln sollte ein gutes Multivitamin-/Mineralstoffpräparat die Grundlage bilden. Hierzu werden dann die für die speziellen Konditionen und Bedürfnisse geeigneten Zusammenstellungen ausgewählt. In diesem Fall z. B. ein gutes menopausales Präparat und eine gute “Knochennahrung“.

Symptome der Östrogendominanz:

John Lees Meinung nach leiden viele Frauen unter zu viel Östrogen, dem kein Progesteron “entgegenwirkt“. Dieses Übermaß kann von chemischen Schadstoffen, der Antibabypille, einer Hormontherapie oder anderen Hormonbehandlung oder dem Fehlen von Progesteron herrühren. Progesteron scheint jedoch in jedem Fall die Symptome auszugleichen. Östrogen ist zwar ein wertvolles und unentbehrliches Hormon, zu viel davon erhöht jedoch das Risiko, an Brust- und Gebärmutterkrebs zu erkranken, und bringt folgende Symptome mit sich:

•        Wasserretention, Ödeme

•        Anschwellen der Brüste, Brustgewebsgeschwülste

•         prämenstruelle Stimmungsschwankungen, Depressionen

•         verminderte Libido (Geschlechtstrieb)

•         schwere oder unregelmäßige Regelblutungen

•         Gebärmuttergeschwülste

•         Verlangen nach Süßigkeiten

•         Gewichtszunahme, Fettablagerung an den Hüften und Oberschenkeln